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Ein ‚charismatischer Idealist‘ (Helmuth Schmidt über Obama) ist kein kritischer Realist

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Zwei Dinge lassen dieses Bild und  insbesonderen Obamas Haltung auf diesem zu Berlusconi, dem italienischen Regierungspräsidenten, und Medwedew, dem russischen Staatschef,  das am 2. April 2009 anlässlich des G20 Gipfels entstand, als kritikwürdig erscheinen:

Zum einen wurde drei Tage zuvor (31.2.2009) der Menschenrechts-Aktivist Ponomarjow auf offener Straße angegriffen, zusammengeschlagen und schwer verletzt (Der Spiegel), sowie am 29. März der Journalist Protasanow brutal zusammengeschlagen und in ein Krankenhaus eingeliefert, worauf er tags darauf verstarb, was sich nahtlos an den Doppelmord am Menschenrechtsanwalt Markelow und der Journalistin Baburowa (20.1.2009) (Der Spiegel) und den Mord an der Journalistin Politkowskaja  am 7. Oktober 2006 anschließt – wofür Obama und Berlusconi wohl die Daumen hoch halten. Und zum anderen hört man, wenn man genau zusieht, im Hintergrund noch Berlusconi zu Obama flüstern, wie ‚jung, hübsch und gebräunt‘ (Der Spiegel) oder ‚bronzen‘ er wäre, was als rassistische Kritik aufgefasst werden kann, denn das gemeinte Wort (‚Neger‘), kann auch ein Politiker wie Berlusconi nicht sagen.

Ob hier nicht ein andere Haltung angebracht wäre, als über solche Sachverhalte hinweg zu lächeln, ist die kritische Frage.  Ein ‚charismatischer Idealist‘, wie Helmuth Schmidt Obama in einem Gespräch nannte, mit dem alle ins Bild wollen und dem alle auf die Schulter ‚klopfen‘, der es aber nicht vermag, einen Schritt zur Seite zu gehen, obwohl dies nicht bedeuten muss, ganz aus dem Bild zu treten, ist kein ‚kritischer Realist‘.

Die Schwarzafrikaner sind die Juden von heute

Sagte Theodor W. Adorno während der Studentenunruhen 1968, dass er das Gefühl nicht loswerden könne, dass die Studenten heute die Rolle der Juden übernehmen, so werde ich heute das Gefühl nicht los, dass die Schwarzafrikaner in diese Rolle gedrängt werden.